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Die Waffenprüfung [Relikt][Waffenprüfung]

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Die Waffenprüfung [Relikt][Waffenprüfung]

Beitragvon Kato » Fr Apr 27, 2007 19:25

Hallo ihr Lieben,

Ich habe die Ehre und das Vergnügen, euch meine fast vier Jahre alte Geschichte "Die Waffenprüfung" vorzulegen, die ich damals für das alte Prüfungssystem am Ur-Nightwind (mit großer Freude) erstellt habe. Ob des langen Zwischenzeitraumes möchte ich dann doch ein paar Erklärungen abgeben.
Die Idee von Nightwind fand ich schon damals klasse, aber ich hatte da schon immer Einfälle, die etwas mit der "offiziellen Nightwindwelt" kollidieren, und die man auch in der Geschichte bemerken wird (Beispielsweise der englische Name der Schule, den ich mir aus den Fingern gesogen hab und einfach cool fand (Eigenlob) und ihn verwendet habe), desweiteren habe ich Stellen in der Welt ausgefüllt, die meines Wissens nach von den "Urautoren" noch garnicht bearbeitet worden waren (Und wenn doch, dann wurden diese Infos nie gepostet). Als Beispiel sei die Hauptsekretärin der Schule anzuführen, Agatha Prudence, die nur als Erwähnung einen Auftritt in der Geschichte hat. Ich selbst hatte mir überlegt, das besagte Miss Prudence eine in die Jahre gekommene Nixe mit Haardutt und spitzer Brille sein sollte, die ein Unterwasserarchiv führt, welches in einem großen Pool in der noch größeren Eingangshalle der Schule liegt. Was die Schüler nicht wissen ist, dass Agatha selbst eine recht potente Wassermagierin ist, welche sich ungebetener Gäste leicht erwehren kann. Sollten böse Mächte die Schule stürmen, müssen diese erstmal an ihr vorbei (Zitat:"Haben sie einen Termin?"). Und dann wäre da noch ihr Riesenoktopus Bert...
Aber ich rede schon viel zu viel um den heißen Brei herum. hier habt ihr die Geschichte, und vielleicht auch noch ain paar hübsche Bildchen, sofern ich die irgendwie hochgeladen kriege...

Viel Spaß wünscht

Kato :kaffee:

Einige Handlungsträger:

Yami Uematsu
Bild
T.M.
Bild
Raziel
Bild
(naja, die Bilder sind so... naja, sind ja auch schon 3 1/2 Jahre alt...)


Die Waffenprüfung

Es war ein schwüler und heißer Nachmittag. Die Sonne stand hoch im Himmel und versengte den Rasen vor der Nightwind Academy of Charms and Elements. Das heißt, vor jedem normalen Gebäude wären alle Pflanzen schon hoffnungslos verdorrt, doch hier standen die schönsten Blumen in kräftigen Farben herum, so dass selbst der magisch unbegabteste den Zauber, der um die Schule herrschte, erkennen konnte. Aber auf dem weiten Aschenplatz vor den Toren der Schule waren grausame Hitzewellen zu sehen. Plötzlich erklang ein lautes Schellen aus Richtung der Schule, ein leises, näherkommendes Gerumpel wie von einer durchgehenden Herde ließ den Boden erbeben, und nur 10 Sekunden später öffneten sich die Tore, und eine wilde Schar von aufgeregten Schülern, ihrem Aussehen nach recht jung, stürmte aus der Schule. Nach und nach waren auch ältere Schüler zu sehen, doch auch viele von ihnen hatten dieses seltsame Glitzern in den Augen und unterhielten sich aufgeregt. Als der Strom von Schülern langsam abebbte, trat ein ca. sechzehnjähriger Schüler aus dem Gebäude. Seine schwarzen Haare hingen ihm tief ins Gesicht, sodass man nur die Hälfte seines Gesichts erkennen konnte. Er hielt oberhalb der kleinen Treppe an, stieß einen großen Seufzer aus und sagte:
„Sommerferien! Die langweiligste Zeit im ganzen Jahr...“
und mit einem üblen Ausdruck auf dem Gesicht und hängenden Armen schlurfte er weiter. Yami Uematsu, so war der Name dieses Jünglings, war ein echter Sommerferien-hasser, reagierte allergisch auf sommerliche Temperaturen und war ansonsten lieber mit Schulaufgaben beschäftigt als allein Zuhause rumzuhängen. Während er noch weiter ob seiner in den nächsten Wochen folgenden Einsamkeit (alle seine wenigen Schulfreunde verreisen) stöhnte, hörte er Shura-kuns helle Stimme seinen Namen rufen.
„Yami, hey Yami-kun, wo...ah, da bist du ja! Du hast deinen Bogen am Schießstand vergessen!“
Ein junger Teenager mit kurzem, blondem Haar und klaren Augen erschien im Torbogen. Seine Schuluniform war im Gegensatz zu Yamis blassweißem Umhang dunkelviolett. Mit einem kurzen ‚uhm?‘ drehte Yami sich zu ihm um und nahm seinen Bogen entgegen.
„Oh, Danke, Shura-kun, du bist meine Rettung.“ Sie gingen ein Stück zusammen in Richtung Innenstadt und unterhielten sich dabei etwas. Vor einem kleinen, bewaldeten Grundstück kamen sie zum stehen.
„Hum, warum hältst du an?“ fragte Yami etwas verwundert.
„Du weißt doch- über die Sommerferien müssen wir unsere Elfen mit nach Hause nehmen -“
Daran hatte Yami gar nicht gedacht. Normalerweise waren die Elfen unter der Woche in der Elfenschule versorgt und nur am Wochenende gelegentlich bei ihren Partnern, um Hausaufgaben zu machen oder einfach um mit ihren Haltern zusammen zu sein. Diese Tatsache heiterte Yami enorm auf. Immerhin müsse er nun nicht mehr allein Zuhause sein, sondern konnte sich etwas mehr um Raziel kümmern. Wenn jetzt noch eine Kaltwetterfront aufziehen würde...
Yami und Shura schritten langsam den kurzen und schattigen Alleeweg zum Eingang eines Hauses entlang. Über dem Eingang hing ein langes, quitschbuntes Schild: St. Sylvanas Elfen und Feenhort. Yami öffnete entschlossen die Tür, als plötzlich eine volleyballgroße lilafarben leuchtende Kugel vor ihm erschien und ein ohrenbetäubendes PFUIIIIIIIIII!!! erklang. Vor Schreck stolperte Yami und fiel hinten über. Schnell rappelte er sich auf und sah in das breit lächelnde Gesicht eines kleinen Irrwisches, in dessen rechter Hand es eine Blockflöte hielt.
„Ra- Raziel, du kleiner –“ Schnell stand er auf und setzte ein breites, spielerisches Grinsen auf.
„Na warte, Kleiner, wenn ich dich erwische...“ Er wetzte hinter Raziel ins Haus hinein und die beiden begannen ein bizarres Nachlaufspiel. Umgestürzte Möbel oder ihr Geschrei schien sie nicht zu stören.
„Uematsu-san, würden sie bitte mit diesem Tohuwabohu aufhören, es gibt hier Elfen die schlafen!“ eine mittelgroße junge Frau mit orangebraunem Haar und grünweißen Klamotten trat hastig in den gemütlichen Vorraum. Sie war äußerst ungehalten ob des tosenden Gebrülls und man sah ihr an das sie kurz vor dem eingreifen war.
„Lassen sie ihn doch, Serena-dono, er ist selten so ausgelassen“ warf Shura ein, der inzwischen nachgeeilt war. „Ausserdem glaube ich nicht das jetzt noch eine von den Elfen schläft...“ Er zeigte auf die kleine Schar von Elfen und Irrwischen, die sich aufgeregt dem Spiel angeschlossen hatten, nachdem Yami ihnen „Sterbt, Klingonen!“ und „Fürchtet den furchtbaren Fluch des Finsterwaldfuchses!“ zugerufen hatte. Gerade jetzt als er eine Elfe, ihrem Aussehen nach eine Halbwüchsiges Teufelchen, gefangen hatte und damit begann sie auszukitzeln, stürzten sich ungefähr 20 Elfen auf ihn und begannen wiederum ihn auszukitzeln. Nach kurzer Zeit (und vielen „NEIN, GNADE“ Rufen von Yami) saßen alle zusammen erschöpft in den bequemen Sesseln im Vorraum.
„du kleiner Racker“ keuchte Yami Raziel zu, der auf seinem Kopf lag,
„mich bei der Hitze so zum schwitzen zu bringen...“ Während Yami noch ein bißchen mit den übrigen Elfen rumalberte, erschien Serena mit einem Tablett voll frischer Limonade und Fruchtsäften. Nachdem sie das Tablett vorsichtig auf einen Tisch gestellt hatte, fragte Shura:
„Wo ist eigentlich Freyra?“
„Sie ist bestimmt oben auf ihrem Zimmer uns liest... Ich mache mir ein wenig Sorgen um sie, sie ist in letzter Zeit so ruhig...“ entgegnete Serena. Bei diesen Worten erschien bei der Treppe, die sich rechts neben der Eingangstür befand, eine blonde, hellhäutige Elfe und schwebte langsam das Geländer herunter. Mit einem Seitenblick war Yami klar, das dies nur Shuras Elfe Freyra sein konnte... schon allein wegen der Ähnlichkeit zu Shura selbst. Als hätte er einen Elfenzwilling...
„Freyra, da bist du ja!“ Shura sprang auf und nahm Freyra in die Arme. Yami stand mühsam auf.
„Tja, ich muss langsam los, sonst machen die Geschäfte zu! Raziel, lass uns eben deine Sachen holen.“
Nach einer Viertelstunde verabschiedete sich Yami mit Raziel im Schlepptau von Serena, Shura und den anderen Elfen und lief in Richtung Vierundzwanzigstundenshop. Als er dort alles nötige einkaufte wurde er mal wieder an seinen niedrigen Kontostand erinnert und schlich bei Sonnenuntergang (Raziels Gepäck und seine Einkäufe wogen doch schon eine Kleinigkeit) die Hauptstrasse, die aus der Stadt führte, herunter und stoppte vor dem letzten Haus. Es sah von außen recht abgerissen aus und könnte beim nächsten Windstoß umfallen, ausserdem schienen auf dem Dach ein paar Ziegel zu fehlen, denn eventuelle Löcher waren mit Brettern zugedeckt worden; der Garten, wenn man es denn so nennen konnte, bestand nur aus wild wucherndem Unkraut.
„Home, sweet home.“ Mühsam holte Yami einen Hausschlüssel hervor und stolperte ins Haus, welches von innen besser aussah, als man es von aussen hätte vermuten können. Quietschend schloss sich die Tür hinter ihnen. Als die Sonne hinter dem Horizont verschwand und dem Mond die Bildfläche überlies, wurde auch das Licht in Yamis Haus gelöscht.

Die ersten Tage der großen Ferien verliefen ohne besondere Ereignisse. Am Sonnentag kam Shura vorbei um sich von den beiden zu verabschieden, da er mit seiner Familie auf eine exotische Insel verreiste. Am Ziestag Morgen jedoch erreichte Yami ein Brief von der Schule. Neben seinen Zensuren in den Prüfungen des Schuljahres (Sprache und Botanik hatte er gerade noch geschafft) war dem Brief noch ein weiterer Zettel beigefügt:

An: Yami Uematsu
Jin-Gruppe, Nightwind Academy of Charms and Elements
Knightwingalley 364



Der betreffende Schüler/in wird gebeten seine Waffe für den fortgeschrittenen
Kampfunterricht der 8. Stufe auf das dritte Level reifen zu lassen.
Evtl. Informationen können beim örtlichen Schmied erfragt werden.
Mit freundlichem Gruß,

Agatha Prudence
Chefsekretärin a.q. N.A.o.C.a.E


„Hä? Drittes Level???“ Yami starrte mit großem Unbehagen auf den Zettel. Ihm graute es bei dem Gedanken zum Schmied zu gehen um seinen Bogen auf Vordermann bringen zu lassen. Nicht, dass seine knappe Geldlage einen Besuch bei der örtlichen Schmiede im Weg stehen würde. Es war eher der Fall, dass der städtische Schmied, Tiberius Markus, kurz T.M., in Yamis Fall eher Naturalien bevorzugte...
Nichtsdestotrotz machte er sich am Nachmittag auf zur Whingapo Road 66. Als Yami durch eine kleine Seitengasse auf besagte Strasse einbog, konnte er schon von weitem die pompöse Schmiede erkennen. Ja ja, T.M. gehörte nicht zu den Schmieden, die einsam und demütig Waffen großer Helden herstellten, viel lieber stand er im Mittelpunkt, wusste immer, eine grosse Show aufzuziehen und im richtigen Zeitpunkt zu kommen und zu gehen. Zumindest, wenn sein Vater, Hieronimus Markus, nicht in der Nähe war .Die Schmiede an sich sah aus wie jede andere Schmiede, doch es waren die kleinen Details, wie etwa die Petroleumlampen aus Gjararhorn oder die Silberfensterläden, oder aber die etlichen anderen Dinge um die Vorderseite des Hauses, die zeigten, dass T.M. ziemlich betucht war. Yami stand vor einer schweren Eichentür. Er musste schlucken.
„Okay, ich werde einfach forsch und entschlossen auftreten, dann wird er schon...“ leise trat er in das dunkle Innere des Hauses. Unentschlossen trat er ein paar Schritte vorwärts, als hinter ihm die Tür mit einem dumpfen ‚domm‘ zuviel. Der Lichtschein, der zuvor durch den Türspalt einen kleinen Teil des Innenraums erhellt hatte, war nun verschwunden, und Yami konnte kaum die Hand vor Augen sehen, als er eine leise Stimme vernahm. „T.M., ich weiß dass du hier irgendwo bist! Zeig dich!“ Nun konnte Yami hören, was die leise Stimme säuselte. „Seine Augen... wie blanke Amethyste... Sein schwarzes Haar... wie es ihm vom Kopfe streicht... welch erhabene Gestalt.... du bist es, mein Yami... Komm in meine Arme!“ Plötzlich erschien die Gestalt eines großen, blassen Halbwüchsigen vor Yami, seine Arme weit ausgebreitet und einem glückseligen Ausdruck auf dem Gesicht, stürmte er auf ihn zu, bekam aber nur Yamis geballte Faust ins Gesicht, sodass er, im Ansturm gebremst, jäh zu Boden viel.
„RAAAAAH!! T.M.!! MUSS DAS JEDESMAL SEIN??!!“ Yami drückte seinen Fuß unbarmherzig auf T.M.s Gesicht, der nun ein leises stöhnen von sich gab.
„Wie... zärtlich...du bist...“
„Halt die Klappe, ja?“ Yami ließ von ihm ab und suchte nach einem vermeintlichen Lichtschalter oder dergleichen. Ein knallendes Schnipsen ertönte, und es wart Licht.
„T.M., was machst du da?! Man belästigt keinen Kunden!“ ein kleiner, bärtiger Mann von Ende 50 stand in einer Tür am anderen Ende des Raumes, der nun durch Kerzen an den Wänden erhellt wurde. Der Mann schnappte sich mit einer schnellen Bewegung den zappelnden T.M. und zerrte ihn in den nächsten Raum.
„Nein Papi, lass los!“
„Du gehst jetzt sofort ans Feuer und machst mir die 30 bestellten Thorium Speerspitzen! Und lass den kleinen Uematsu in Ruhe!“ Er schleuderte seinen Sohn ein Stück vorwärts. T.M., der zu Yamis Überraschung noch blasser als sonst war (T.M. war ein Albino mit schneeweißer Haut und Haaren), stolperte aus seiner Sichtweite, als sich der Alte seinem Gast zuwandte.
„So, und was willst du hier, Uematsu-chan?“ Schnell war die Sache mit der Waffenreifung erklärt.
„Und ich dachte, ihr könntet mir hier meinen Bogen weiterreifen lassen.“
„Nun mal langsam, Jüngelchen, für das dritte Level benötigt man ein spezielles Metall, das ich nicht besitze. Es heißt Arkanit und lässt sich nur aus den Eierschalen des Blaublütigen Warmauges ... ich meine, des Warmblütigen Blauauges, einer äußerst aggressiven Drachenart, herstellen.“
„Moment mal – Metall aus Eierschalen?? Finden sie das nicht... ein bisschen weit hergeholt?“
„Du hast ja keine Ahnung!“ Der Alte trat ein paar Schritte auf ihn zu und gestikulierte wild mit den Armen.
„Die Hochbaronmönche von Hohnmnzerrejl verwenden schwierige, zeitaufwendige Rituale auf die innerliche Umstrukturierung der vorhandenen Masse! Manche Mönche seien schon tot umgefallen, weil sie bei der Zeremonie, die nur an bewölkten Vollmondnächten stattfinden kann, zuviel Ley-Energie verbraucht haben.“ „Versuchen sie nicht, den Preis hochzutreiben...!“
„Ich will ehrlich mit dir sein, Jüngelchen, Arkanit ist tatsächlich sehr teuer, ich werde es nicht unter 1500 Crysils reinkriegen können, und ich muss auch eigene Kosten decken. Die Leute meinen immer wir leben wie die Maden im Speck, weil mein Junge unser Geld zum Fenster rausschmeißt...“ Den Rest hörte Yami nicht mehr. Er war nur noch absolut baff ob des exorbitanten Betrags, den er für ein paar Klumpen Arkanit hinblättern müsse, dass er geistig schon mit sich abschloss... 1500 Crysils.... soviel hatte er im Leben noch nicht besessen...
„Wenn du mir aber ein paar Eierschalen besorgen könntest, wäre ich sicher durch meine Beziehungen in der Läge, dir daraus Arkanit zu machen“ Yami erwachte sofort aus seiner Trance.
„Sagen sie nichts mehr! Ich bringe ihnen die Eierschalen!“ Mit diesen Worten stürmte er aus der Schmiede und rannte ein paar entschlossene Schritte die Strasse entlang, bis er abrupt stoppte und es ihm wie alte Schuppen von den Glubschern fiel: Wo zur Hölle sollte er diese Eierschalen eigentlich herbekommen? Er wollte schon kehrt machen um den Alten nochmals zu fragen, als ihn jemand am Umhang packte und in eine kleine Gasse zog. Verdattert starrte er in T.M. grinsendes Gesicht.
„Wo willst du eigentlich hin?? Du hast doch keine Ahnung wo du danach suchen sollst!“
„Wonach?“ entgegnete Yami leicht verdattert.
„Nach den Eiern natürlich, du kleiner Trottel. Ich weiß wo du welche bekommen kannst.“ Yami brauchte einen kurzen Moment, um sich wieder zu fangen.
„Du... du weißt...“
„Ja, aber die Info wird nicht ganz billig...“ Schwer seufzend holte Yami seine Geldbörse hervor.
„Nicht doch, ich will kein Geld... Ich will deinen Körper!“
„Wa...WAS!?“
„Du willst doch wissen, wo du Eier eines Warmblütigen Blauauges herbekommst?“
„J..ja schon, aber ich will nicht...“
„Dir bleibt keine andere Wahl...“ Und so musste Yami versprechen, mit T.M. auszugehen. Immerhin hatte er erreichen können, dass er erst nach seiner Rückkehr mit ihm zusammen ausgehen musste.
Als er wieder Zuhause war und am Küchentisch sitzend ein Glas Milch trank, graute es ihm schon davor, und er sank leicht auf dem Stuhl zusammen.
„Mein erstes Date, und das mit einem Kerl...“ Während er noch weiter im Selbstmitleid zerfloss, huschte Raziel in die Küche, ein wehmütiges Lied auf seiner Blockflöte angestimmt. Als er Yamis niedergeschlagenen Gesichtsausdruck sah, spielte er schnell eine fröhliche Melodie an, und begann vor Yami auf dem Tisch zu tanzen.... wenn man als Irrwisch ohne Beine denn tanzen kann. Yami brachte ein gequetschtes Lächeln hervor. „Ach ist schon gut, Raziel... tu mir nen Gefallen und hol mal die Landkarte aus der obersten Schrankschublade, ja?“ Leise schwebte Raziel über den Boden zum Schrank, ohne im Flötenspiel innezuhalten, öffnete auf magische Weise die Schublade und schoß die Karte mit einem sanften Luftstoß Yami entgegen. Mit einer lustlosen Bewegung schnappte er nach ihr und rollte sie auf dem Tisch aus. Einige Sekunden starrte er suchend auf das Pergament, hielt inne, sprang auf und stieß plötzlich einen verdutzten Schrei aus.
„Aaaababa aber wie kann das... dieses Gratenfels ist nur 3 Meilen von hier???“ In großem Unglauben starrte er auf die Karte. Raziel, der nach Yamis Geschrei unter den Tisch geflüchtet war, kam nun wieder langsam hervor. „Aber das... Ha! Und ich dachte schon, ich müsste Kilometer weit reisen... aber so... Dracheneier, ich komme!!“ Vor seinem geistigen Auge sah er schon seinen Triumph... wie er die Eier dem alten Schmied übergibt...
„Na denn! Am Besten breche ich gleich morgen früh auf, da brauch ich aber noch ein paar Dinge, dies und jenes...“ Er schwirrte durch die Wohnung und nahm sich hier und da ein Teil, packte etwas Proviant in einen Rucksack, stellte seinen Bogen nebst Pfeilen bereit... auch Raziel huschte hier und dorthin und suchte sich ein paar Dinge zusammen.
„He, was soll das werden?? Glaubst du etwa du kommst mit??“ Raziel ließ eine üble Salve von Protestlauten los. „Nichts da... das ist zu gefährlich für kleine Elfen... nichts gegen deine Größe...“ Nach längerer Diskussion gab sich Raziel doch noch geschlagen. Schließlich müsse ja einer aus das Haus aufpassen.

Als am nächsten Morgen die Sonne langsam hinter den weit entfernten spitzen Hügeln erschien, war Yami schon längst aufgebrochen. Er hatte Glück, es schien ein sonniger Tag zu werden, und ein fahrender Händler mit selbem Ziel hatte ihm angeboten, auf seinem Heukarren mitzufahren. Der Karren bewegte sich langsam, und Yami beobachtete, wie die Sonne immer höher stieg und es langsam wärmer wurde. Ein wenig gedankenverloren starrte er aus dem offenen Wagenende auf die sich immer weiter entfernende Stadt. Er hörte auch nicht auf das sinnlose Geplapper des Händlers, der schien ihm sowieso ein wenig gaga zu sein. Unbarmherzig stieg die Sonne weiter gen Himmel, bis es Mittag wurde. Yami saß in der prallen Sonne und wischte sich den Schweiß von der Stirn.
„Komm schon... lass uns endlich da sein“ eine kleine Weile vegetierte er weiter vor sich hin, bis der Karren unerwartet plötzlich zum stehen kam und er hart gegen die Bande des Karrens geworfen wurde.
„Was? Was? Was?“ Für eine Moment war er völlig orientierungslos. Langsam lugte er über die splitterigen Bretter der Bande. Er sah den Händler mit einem großen Mann in Rüstung verhandeln. Das war der Moment, in dem er sich besser aus dem Staub machte, schließlich wollte er ja nicht direkt IN die Stadt, und sinnlosen Zoll zu bezahlen wär auch recht dumm. Also sprang Yami so leise es eben ging hinten von Karren und schlich hinter einen großen Baum am Straßenrand. Hinter dem Baumstamm sank er erstmal kurz zusammen... endlich Schatten... vielleicht hätte er lieber nicht in der prallen Sonne sitzen sollen. Er konnte ohnehin nicht verstehen, wie sich jemand ABSICHTLICH in die brennende Sonne legen konnte. Yami musste schwer keuchen, ausserdem schwitzte er am ganzen Körper. Noch etwas, was er nicht leiden konnte. Nach ein paar Minuten Erholung sah er sich erstmals um. Er wusste nicht wie, aber irgendwie war um die Straße herum ein gewaltiger Wald aufgetaucht. Wie wie WIE waren ihm diese Bäume nur entgangen??? Aber umso besser, dachte sich Yami, laut T.M.s Beschreibung müsse er am Stadttor von Gratenfels östlich durch ein kleines Waldgebiet, bis er an eine Steilwand käme. Dann immer weiter nach rechts und schon müsse er die Höhle samt Drachenhort sehen können. Also richtete er sich mühsam auf und begann müden Schrittes seine kleine Wanderung. Es war ziemlich heiß, doch unter dem dichten Schatten spendenden Blätterdach der hohen Bäume waren die Temperaturen recht angenehm, und eine sanfte Brise wehte von der durch manche Lücken in den Baumkronen schon sichtbaren Steilklippe herunter. Yami trottete durch die immer dichter werdende Wildnis. Das Licht begann sich durch die Baumkronen zu brechen, und ein kleiner Bach plätscherte leise zwischen den dicken Baumstämmen umher. Es war fast paradiesisch, und Yami konnte nicht widerstehen, sich auf einen Baumstumpf zu setzen und die Landschaft näher zu betrachten. Er betrachtete einige Eichhörnchen beim Nüsse sammeln, lauschte dem leisen rauschen des Baches und dem zarten klang der Musik...es klang sehr beruhigend... Moment mal.... Musik? Mit einem mal öffnete er seine Augen, die ihm beim Dösen zugefallen waren, sprang auf und suchte nach der Quelle der ruhigen Töne. Nach hastigem Umschauen hatte er die ungefähre Herkunft lokalisiert... Er sprang durch den Wald aus dicken Baumstämmen, Farnen und Büschen, zuerst schneller, dann langsamer, um sich anzuschleichen. Welches Wesen konnte hier leben und Musik machen? Nymphen? Dryanden? Oder gar Waldgeister, oder nur ein Mensch? Vorsichtig pirschte er durch das Unterholz, bis er am Rande einer leicht sonnendurchfluteten Lichtung stand. Auf einem alten Baumstamm, direkt auf einer kleinen Anhöhe, unter der der kleine Bach floss, sah er die Quelle der Melodie... seine Gestalt war hübsch anzusehen, seine Augen waren groß und rund, und von seinem zierlichen Körper ging ein sanfter Lichtschein aus. Yami starrte einen Moment in völligem Unglauben auf das Wesen, bis er endlich...
„RAZIEL??!! WAS ZUM HENKER MACHST DU HIER???“ Der kleine Irrwisch hielt verdutzt im Flötenspiel inne und zuckte leicht zusammen. Yami stapfte ein paar hastige Schritte aus ihn zu und packte ihn von hinten am Kragen.
„HABE ICH NICHT GESAGT DU SOLLST ZUHAUSE BLEIBEN???“ Der Elf huhte eine rasche Entschuldigung, schien aber irgendwie überhaupt nichts zu bereuen.
„Na wo du schon mal da bist komm gleich mit...“ Yami warf seinen Elf auf seinen Rucksack und tat einen ausführlichen Blick auf die jetzt doch schon nahe Felswand.
„Hmm, dann müssen wir also da... nach rechts...“ Mit Raziel im Gepäck war Yamis Reise nicht mehr so anstrengend wie zuvor, sie sangen ein paar Lieder zusammen, die Raziel in der Schule gelernt hatte, und flugs waren sie schon am steilen Anfang der Felswand rechts abgebogen. Nach ungefähr einer Stunde ohne besondere Vorkommnisse geschah jedoch etwas sehr merkwürdiges. Yami schob sie gerade durch einen besonders dichten Gyariilstrauch, als er plötzlich die Veränderung in der Landschaft bemerkte.
„Hä??? Wieso liegt hier denn Schnee???“ Verdutzt sah er auf den ebenen weißen Teppich von Schneeflocken vor sich, der den Boden und die Blätter der Pflanzen gleichmäßig bedeckte. Er ging ein paar Meter vorwärts, wobei seine Schritte jedesmal ein leises ‚pfrrt‘ verursachten. Auch die Temperatur war deutlich gesunken, Yami schwitzte nicht mehr und sein Atem hinterließ ein kleines Wölkchen.
„Aber.... wir haben doch Sommer, oder?“ fragend blickte er sich zu Raziel um. Der konnte allerdings auch nur überrascht mit den Schultern zucken. Anstatt sich groß über das komische Wetter zu wundern, setzten er und Raziel ihre Reise fort. Die Schneeschicht wurde immer dicker, und auf einmal begann es zu schneien. Bald mussten sie die Höhle erreicht haben, als Yami plötzlich innehielt. Er spürte irgend etwas. Es war Kälte. Nun, nicht direkt die Kälte des Schnees unter seinen Sandalen, oder der kühle Wind der ihm ums Gesicht strich, auch nicht die kalte Luft, die ihm durch die Finger fuhr. Er war Kälte gewöhnt. Aber diese war anders, es war, als würde ein eiskalter Stachel in sein Herz dringen und ihn von innen gefrieren lassen. Es war der pure Hass, Dunkelheit, Zerstörungswut... Die Stärke dieser Emotionen schien ihn zu überwältigen, und kurz bekam er keine Luft und spürte eisigen Schmerz... Schmerz verursacht durch tödliche Trauer, verursacht durch tiefen Hass, Einsamkeit, und ein großes schwarzes Loch verschlang ihn und er spürte nur noch eisige, tödliche Kälte....

Eine Schneeflocke, eine einsame, kleine Schneeflocke, die langsam gaukelnd ihren Weg vom hohen Himmel her auf die Erde bestritt, begleitet vom leisen Wind und ihren Gefährten, den anderen Schneeflocken. Sie war kalt, gefroren, und schmolz auf Yamis Haut zu einem kleinen Wassertropfen zusammen. Er öffnete zaghaft seine Augen und blickte in Raziels besorgtes Gesicht. Mit einem gepressten Stöhnen richtete er sich auf. Was war eben passiert? Was waren das für Gefühle gewesen, die ihn eben zu Boden gehen ließen? Jetzt waren sie jedenfalls weg, und von dem vor Kälte brennenden Dorn war nur noch ein kleines, nadelhaftes Stechen übrig. Allmählich könnte er aufstehen und torkelte benommen am nächsten Strauch vorbei, als er vor Schreck wieder zwei Schritte zurückstolperte. Vor sich konnte er die gesuchte Höhle sehen, in der sich sicherlich die Dracheneier befanden. Vor der Höhle jedoch lag ein riesig aussehender, eisblauer Drache. Seine Schuppen erinnerten an gefrorene Eiszapfen, die am Rücken verliefen, am Ende besaß er einen stachelbesetzten Schwanz. Seine Flügel lagen zusammengeklappt an den Seiten, ihre Flughäute hatten eine fahl dunkelviolette Farbe und hatten einige Löcher und grüne Stellen. Am Halse des Drachen war eine derbe Wunde zu sehen, über dessen Öffnung eine graublaue Kruste lag. Yami starrte mit geweiteten Augen auf das unheimliche Biest, bis er bemerkte, dass es schlief. Mit einem schwachen Seufzer fasste er sich wieder und versuchte sich an T.M.s Worte zu erinnern, die den Drachen betrafen. Wie war das noch gleich... Yami versuchte sich krampfhaft an sie zu erinnern...
„Und wenn du den Drachen siehst, musst du ihn einfach nur um die Eier bitten.“
„Wa..WAS?“
„Du musst ihn einfach nur höflich drum bitten.“
„Samma spinnst du jetzt total??“
„Ich meins ernst, mann! Frag einfach!“ Naschön, dachte Yami, dann fragen wir doch einfach diesen großen, äußerst gefährlich aussehenden Drachen nach seinen Eiern... Er trat vor den riesigen Schädel des Reptils und tippte kurz mit seinem Finger gegen die lange Schnauze. Es tat sich nichts. Yami tippte noch einmal. Und nochmals. Diesmal fester. Dann verlor Yami die Geduld und fing an dem Drachen ins Gesicht zu hauen.
„HE! Wach gefälligst auf, ich hab nich ewig Zeit!“ Plötzlich ertönte ein tiefes Grollen, und Yami spürte wieder den stechenden Schmerz der Kälte, als sich der Drache langsam zu seiner tatsächlichen Größe aufrichtete. Mit erhobenem Haupt beäugte der Drache den strauchelnden Yami, seine frostblauen Augen erfüllten sich mit Zorn und er stiess einen furchterregenden, Schrei aus, der Yami und Raziel durch Mark und Bein ging. Unschlüssig starrten sie sich gegenseitig an, bis Yami sich trotz der Schmerzen fassen konnte und wankend aufstand.
„Äh... Hi! Ähm... Ich brauch‘ deine Eier.“ Kaum dass Yami diese Worte ausgesprochen hatte, schoß wasserblaues Feuer aus den Maul des Drachen, sodass Yami nur reflexhaft ausweichen konnte und einen Satz nach rechts tat. Er landete im Schnee, seinen linker Arm bis hin zu Schulter konnte er nicht mehr spüren. Sofort kam Raziel angeschwebt um nach ihm zu sehen. Yami konnte sich gerade noch fragen, ob er etwas falsches gesagt hatte, als er die riesenhafte Klaue des Drachen blitzartig zuschlagen sah, und Raziel mit voller Wucht gegen eine zwanzig Meter entfernte Fichte geschleudert wurde. Er sah nur noch, wie der frische Schnee von den Ästen herunterrann und Raziel unter sich begrub.
„RAZIEEELL!!“ schrie er, in seiner Stimme konnte man eine verzweifelte Schwingung vernehmen, dafür könnte man in seinen Augen aufkeimenden Zorn spüren.
„Jetzt... bin ich echt sauer!“ Yami wandte sich den riesigen Ungetüm zu. Zuerst wollte er nach seinem Bogen am Rücken greifen, doch sein linker Arm versagte und als Yami auf ihn sah konnte er Frostbeulen erkennen. SWUSCH! Gerade im letzten Moment konnte er dem eisigen Strahl des Drachen entgehen, er machte einen großen Satz zur Seite, holte mit seiner Rechten aus, spreitzte die Finger weit ab und schrie KAMAI TACHI!! Es sah aus wie ein scharfer Windstoß, doch dahinter lag die Kraft des Luftwiderstands, der beinahe alles zerschneiden konnte, was ihm in den Weg kam. Blitzschnell rasten die Luftwellen auf das Untier zu, doch sie zerplatzten jäh an seinem Rückenpanzer. Obwohl der Drache nicht verletzt schien, wurde er noch wilder und scharrte mit seinen Krallenklauen tiefe Furchen in den Boden. Sein Blick war nun auf Yami fixiert. Dieser wurde von der anscheinend vom Drachen ausgehenden Welle des Hasses umgeworfen. Krämpfe durchfuhren ihn, und er zitterte am ganzen Körper. Der Drache kam lautstark schnaufend auf ihm zu, Yami nicht aus den Augen lassend. Jeder seiner Schritte verursachte eine tiefe Grube im frischen, reinen Schnee, der Odem des Tieres hinterließ weißblaue Wölkchen in der klaren Luft, die immer weiter zu verschwimmen schien. Der Drache befand sich jetzt nur wenige Meter entfernt von ihm. Yami könnte sich vor Krämpfen und Schmerzen keinen Zentimeter bewegen, er versuchte nur verzweifelt sich aus der Gefahrenzone wegzurollen. Kurz vor Yami kam das Monstrum zum stehen, ein tiefes, unerbittliches Grollen entfuhr seinem Maul, während er mit seinen kalten, toten Augen den Blick nicht von ihm abwandte. Eine der übergrößen Krallenklauen erhob sich in die Lüfte, die bläuliche Struktur der Krallen spiegelte sich mit den heißen Sonnenstrahlen. Der Drache würde in nur wenigen Millisekunden zustechen und seine Klauen in Yamis warmes Fleisch graben. Schmerz und Angst schienen im Nahen Augenblick des Todes wie betäubt, und Yami fragte sich nur, warum er nur Raziel nicht nach Hause geschickt hatte. Was, wenn dies nun sein Ende wird? Er konnte nicht mehr hinsehen und wandte sich ab, aus seinen Augenwinkeln heraus sah er einen lilafarbenen Blitz auf den Drachen zurasen. Eine qietschige Stimme kreischte: KAMAI TACHI! Schlagartig war ein schmerzerfülltes Brüllen zu hören, und Yami konnte sich auf einmal wieder einigermaßen bewegen. Ruckartig sah er auf. Er konnte erkennen, wie der Drache, von Schmerz gepeinigt, seinen Kopf hin- und herschwang und an seinen Augen rieb, während Raziel gekonnt um ihn herumflog und weitere Kamai Tachi Salven gegen sein Gesicht feuerte.
„Das ist die Chance!“ fuhr es durch Yamis Schädel, und er richtete sich auf, holte aus und feuerte so hart er konnte ein Kamai Tachi gegen die entblößte Unterseite des Drachen. Als es traf schnitt sich die Luft tief ins Fleisch der Kreatur, welche stark strauchelte und mit einem letzten, wutentbrannten Schrei zu Boden sank. Sofort verließen die Krämpfe und das Hassgefühl Yami, und kaum dass der Drache am Boden zum Stillstand kam, schmolz er. Yami und Raziel starrten ungläubig auf den zerfließenden Klumpen. Seine Arme und Beine, sein Schwanz, die Flügel und der Leib, das alles zerfloss in einer großen Wasserlache und versank augenblicklich im Boden.
„Er ist geschmolzen.“ Stellte Raziel leicht verdutzt fest.
„Ja, das ist er... he, seit wann kannst du sprechen??“
„Äh, seit einem Monat oder so.“
„Warumsagsudenndannnichts??“
„Najaa, ich wollte dich nicht unterbrechen.“ Yami wollte gerade eine kleine Diskussion beginnen, als Schnee und Frost um sie herum plötzlich wie von Zauberhand verschwanden. Die Luft erfüllte sich mit Wärme und von irgendwoher hörte man Vögel singen.
„Was zur...“ raunte Yami, der nicht ganz begriff, was hier passierte.
„Vielleicht war dieses Untier an den gestörten Wetterverhältnissen Schuld und jetzt wo es Tod ist scheinen alle Anzeichen für seine Existenz ausgelöscht zu sein...“
„Hä? Meinst du? Is ja auch egal.“ Bemerkte Yami salopp
„Jetzt lass uns lieber schnell ab in die Höhle da und die Eier bergen.“ Gesagt, getan. Mehr oder eher weniger vorsichtig ging Yami mit Raziel auf der Schulter zum Eingang der Höhle. Er warf noch einen kurzen Blick auf die Stelle, an der der Drache zu Fall gekommen war. Nichts von einer Veränderung war zu sehen. Mit schnellem Schritt ging er direkt rein in die Höhle. Vor sich sah er das innere der Höhle weit erleuchtet, überall konnte man Tropfsteine sehen. Nach nicht ganz zehn Metern bog ein scharfer, riesiger Gang nach rechts ab. Unbedarft gingen sie um die Ecke, als sich plötzlich ein riesiger grünhäutiger Drache vor ihnen aufbaute. Er hatte kleine, stummelige Flügel, wasserblaue Augen und einen konfusen Schnurrbart. Vor staunen ließ Yami kurz inne, und der Drache sprach:
„Wanderer, die ihr von weit hergekommen seid; Lasst uns reden, was ist euer Begehr?“ Yamis Augenbraue begann zu zucken.
„Lasst und reden... lasst_uns_reden, LASST UNS REDEN??? JETZT WOLLT IHR REDEN?!? DA HABT IHR REDEN!!“ In seinem unbändigem Jähzorn schleuderte er ein Kamai Tachi auf den überraschten Drachen, und mit einem POFF! löste er sich in Luft auf. Feiner, glitzernder Staub gaukelte zu Boden. Schwer keuchend beruhigte sich Yami wieder. Eigentlich wollte er jetzt irgend etwas sagen, doch in dieser Sekunde fiel ihm der kleine Hort des Drachen ins Auge, in welchem, von Zweigen und Vogelfedern gepolstert, vier himmelblau schimmernde Eier lagen.
„Ooooh...“ Yami sowie Raziel schritten begierig auf den Hort zu, Yami kniete sich vor den Hort, berührte eines der Eier, fühlte die poröse Oberfläche, als er sich plötzlich fragte:
„Moment mal... ‚poff!‘??!!“
„So kann man auch an die Eier heran kommen; ich hatte aber auf eine diplomatischere Lösung gehofft.“ Eher zaghaft fuhr Yami herum. Eine junge, grünhaarige Frau in knappem Fummel beugte sich über die staubhaften Überreste des Drachen.
„Seufz... Dabei war es so eine Arbeit für mich ihn richtig zu beschwören...“ Entsetzten stand in Yamis Gesicht. Wie kam seine Lehrerin hierher?
„L-l-leen-sensei???“
„Hallo“ sagte sie lächelnd
„wie ich sehe habt ihr zwei die Eier des Warmblütigen Blauauges gefunden. Herzlichen Glückwunsch – hiermit hast du die Waffenprüfung zur dritten Stufe bestanden.“ Yami wusste im ersten Moment echt nicht, was er sagen sollte.
„Dann... dann war das mit den beiden Drachen... geplant?“
„Zwei Drachen?“ Sie schaute verdutzt drein.
„Dein Arm sieht ja fürchterlich aus! Bist du gestolpert?“
„Ge- was??“
„Vielleicht bist du auch mit dem Kopf aufgekommen? Auf jeden Fall bestand die Prüfung nur daraus, hierher zu finden, sich mit dem (von mir exzellent) beschworenen Drachen zu verhandeln und den Hort zu erreichen, damit ich auftauchen kann und dir alles erzähle... Man kann allerdings auch deine Holzhammer Methode einsetzten...“ Sie schaute ihn etwas abfällig an.
„Dann... dann war die Prüfung nur dieser eine alte Drache? Es war so... so einfach? Und die Eier brauche ich nichtmal?“ stotterte Yami.
„Natürlich nicht! Und glaubst du denn, wir würden rund 90 Schüler jedes Jahr Arkanit suchen lassen, wenn es so ungeheuer gefährlich zu beschaffen wäre? Und ausserdem.... Metall aus Eierschalen.... ich bin jedesmal überwältigt wie Viele darauf hereinfallen...“

Die Sonne schien unerbittlich auf die Dächer und Strassen, vereinzelte Windteufel tanzten über den staubigen Boden. In der starken Mittagssonne wagten sich nur wenige Menschen aus dem Haus. Drei Tage sind vergangen, seitdem Yami und Raziel sich auf die Suche nach den Dracheneiern begeben hatten. Gedankenverloren schlenderte Yami die Hauptstraße entlang, auf seinem Rücken trug ein seinen niegelnagelneuen Runenbogen. 50 Crysils hatte er dafür löhnen müssen, was bedeutete, dass er und Raziel mal wieder ein wenig fasten müssten. Bei der Hitze würde er sich aber eher übergeben müssen. Als er das mit Säulen gestützte Gebäude betrat, kam ihm ein angenehm kühler Hauch entgegen. Zielstrebig bahnte er sich den Weg zur Bibliothekarin.
„Ich suche Literatur über seltene Zauber- und Fabelwesen.“
„Vierter Stock, 47. Korridor, Regal 5-8“ Yami bedankte sich und erklomm die Treppen zur besagten Stelle. Dort kämpfte er sich mehrere Stunden durch ‚Beast all over the world‘, durch alle siebzehn Auflagen von ‚Gunduru Mungnus Überblick heimischer Zaubertiere‘ und noch durch viele andere Schinken, bis er durch Zufall in einem alten, abgerissenen Nekromantiebuch eine Abbildung sah... Eisiger Blick, Schuppen wie Eiszapfen und Stachelschwanz. Yami fuhr sofort aus seinem bei ‚Drachen der Mittelländer – eine Zusammenstellung von Hartmut Engler‘ beginnenden Halbschlaf. Das Bild des Wesens war wie der Rest des Buches ein wenig angebleicht, aber eindeutig zu erkennen. Unter dem Bild las er: Untoter Frostwyrm. Mächtige magische Dämonengestalt, vermutlich in nordischen Gefilden beheimatet, welche großen Hass gegen die Lebenden hegen und Kälte und Tod verbreiten. Keine weiteren Informationen. Enttäuscht sank Yami wieder in seinen Stuhl zusammen. Er hatte gehofft in der Bibliothek etwas mehr über den Drachen, den er mit Raziel bekämpft hatte zu erfahren. Frostwyrm hieß dieses Geschöpf also. Er würde sich diesen Namen merken.


Ende (vorerst)

Fertiggestellt am 13.08.03 um 20:25 Uhr




Writher‘s comment:
Sorry Leute wenn sich jemand stellenweise an gewisse Manga oder Computerspiele erinnert fühlt! Ich konnte einfach nicht widerstehen ^-^x Ich hoffe euch hat meine Geschichte gefallen und bis zum nächsten mal.
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Re: Die Waffenprüfung [Relikt][Waffenprüfung]

Beitragvon Kokoro Tamashii » Fr Apr 27, 2007 19:42

Kato hat geschrieben:Hallo ihr Lieben,

Ich habe die Ehre und das Vergnügen, euch meine fast vier Jahre alte Geschichte "Die Waffenprüfung" vorzulegen, die ich damals für das alte Prüfungssystem am Ur-Nightwind (mit großer Freude) erstellt habe. Ob des langen Zwischenzeitraumes möchte ich dann doch ein paar Erklärungen abgeben.
Die Idee von Nightwind fand ich schon damals klasse, aber ich hatte da schon immer Einfälle, die etwas mit der "offiziellen Nightwindwelt" kollidieren, und die man auch in der Geschichte bemerken wird (Beispielsweise der englische Name der Schule, den ich mir aus den Fingern gesogen hab und einfach cool fand (Eigenlob) und ihn verwendet habe), desweiteren habe ich Stellen in der Welt ausgefüllt, die meines Wissens nach von den "Urautoren" noch garnicht bearbeitet worden waren (Und wenn doch, dann wurden diese Infos nie gepostet). Als Beispiel sei die Hauptsekretärin der Schule anzuführen, Agatha Prudence, die nur als Erwähnung einen Auftritt in der Geschichte hat. Ich selbst hatte mir überlegt, das besagte Miss Prudence eine in die Jahre gekommene Nixe mit Haardutt und spitzer Brille sein sollte, die ein Unterwasserarchiv führt, welches in einem großen Pool in der noch größeren Eingangshalle der Schule liegt. Was die Schüler nicht wissen ist, dass Agatha selbst eine recht potente Wassermagierin ist, welche sich ungebetener Gäste leicht erwehren kann. Sollten böse Mächte die Schule stürmen, müssen diese erstmal an ihr vorbei (Zitat:"Haben sie einen Termin?"). Und dann wäre da noch ihr Riesenoktopus Bert...
Aber ich rede schon viel zu viel um den heißen Brei herum. hier habt ihr die Geschichte, und vielleicht auch noch ain paar hübsche Bildchen, sofern ich die irgendwie hochgeladen kriege...

Writher‘s comment:
Sorry Leute wenn sich jemand stellenweise an gewisse Manga oder Computerspiele erinnert fühlt! Ich konnte einfach nicht widerstehen ^-^x Ich hoffe euch hat meine Geschichte gefallen und bis zum nächsten mal.


YAY! Danke, meine zugfahrt morgen zur Schule ist auf jeden Fall gerettet, auch wenn ich Zuzu heut nimmer erwische um mir den zweiten Teil von "Metera" schicken zu lassen ^.^
Oh Gott, ich erinnere mich vage an die Geschichte...
Aber hey, ich muss schon sagen, fett-krass Respect, dass du sogar deine Charaktere gezeichnet hast.
Dafür ist der Titel sehr... kreativ XD (Falls es dich Tröstet, der Titel meiner Waffenprüfung, die leider nie fertig wurde und irgendwann in den weiten des Datennirvana verschwand, wäre genau so kreativ gewesen, was daran liegt, dass es der Selbe war *lol*)
Agatha Prudence und Bert? Unterwassertarchiv? Eine witzige Idee XD Wär sicher auch mal ne Geschichte wert... hm.. den guten Berti würd ich aber eher im See ansiedeln XD Da fühlt er sich bestimmt wohler als in einem Pool ^.^
Moment mal, Krake, See, Zauberschule... Das kommt mir doch bekannt vor, aber woher nur? *nachdenk* *Ein Junge in einem schwarzen Umhang und mit einer blitzfärmigen Narbe im Gesicht krabbelt unter dem Bett hervor* AH! Jetzt weiss ich's! HERR DER RINGE! Das war's! *der Junge mit der Blitznarbe wir vom (echten) Blitz getroffen*

Fundierte Kritik zur Geschichte gibt's morgen ^.^ Muss sie ja erst wieder mal lesen, aber dann nehm ich sie auseinander, das versprech ich dir! ^.^
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Re: Die Waffenprüfung [Relikt][Waffenprüfung]

Beitragvon Kato » Fr Apr 27, 2007 21:39

Kokoro Tamashii hat geschrieben:Moment mal, Krake, See, Zauberschule... Das kommt mir doch bekannt vor, aber woher nur? *nachdenk* *Ein Junge in einem schwarzen Umhang und mit einer blitzfärmigen Narbe im Gesicht krabbelt unter dem Bett hervor* AH! Jetzt weiss ich's! HERR DER RINGE! Das war's! *der Junge mit der Blitznarbe wir vom (echten) Blitz getroffen*


Aua. Das tat jetzt ein bisschen weh.

Ich finde es immer wieder faszinierend, wie man sich Sachen ausdenken kann und nicht darauf kommt, dass andere Leute auch schon auf die Idee gekommen sein könnten (wie in dem Fall - Hogwarts hatte nen Kraken und n See? Ja, da war was, stimmt, aber irgendwie hab ich das vergessen. Wenn man mich des Plagiats anschuldigen will (das war das doch, oder?), kann man das gerade bei dieser Geschichte an vielen Stellen tun, aber nicht an dieser, denn irgendwelche Unterseemonster an britischen Zaubereiakademien waren mir bei dem Einfall mit Bert ziemlich wurscht. Ich hatte nur ein Bild im Kopf, in dem irgendein fieser evil-overlords-high-henchman zur Rezeption der Schule geht (um diese einzunehmen, was daraus zu stehlen oder sonstetwas für weiße Fantasyhelden verwerfliches zu tun), er brüsk seine Vorderungen stellt, ihr Blick sich daraufhin verdunkelt, sie obiges Zitat ablässt und dabei einige Krakenarme aus ihrem Pool kommen. Sie liefern sich einen spektakulären Kampf, bei dem sie (entsprechend der üblichen Erzähler-Maxime) unterliegt, damit der Hauptheld noch was zu tun hat, sie aber trotzdem eine gute Figur gemacht hat.

Das noch so als Kommentar dazu.
Immer dran denken, die Geschi ist vier Jahre alt und seitdem unangetastet gewesen... Und der Titel... nunja, ich hätte natürlich auch so einen reißerischen Pseudo-Esoterik-Titel nehmen können, aber man verstehts ja auch so *zwinker*

Gruß
Kato :kaffee:
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Re: Die Waffenprüfung [Relikt][Waffenprüfung]

Beitragvon Kokoro Tamashii » Fr Apr 27, 2007 21:46

Kato hat geschrieben:Aua. Das tat jetzt ein bisschen weh.

Dir oder Harry Potter (c)?

Kato hat geschrieben:Das noch so als Kommentar dazu.
Immer dran denken, die Geschi ist vier Jahre alt und seitdem unangetastet gewesen... Und der Titel... nunja, ich hätte natürlich auch so einen reißerischen Pseudo-Esoterik-Titel nehmen können, aber man verstehts ja auch so *zwinker*

Klar XD
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