
Um Himmels Willen, mach mehr Kommas!
Als er in seinem kleinen Häuschen ankam, stand seine Frau Chiara bereits im Flur und erwartete ihn, als sie ihn sah, fragte sie ihn auch gleich aus:
…ich muss etwas mit euch besprechen.“, als er dann selbst in die…
Claud du bouclier
Das war's auch schon mit der Orthographie. Weiter geht mit der
FormAls er dann irgendwann doch eingeschlafen war, schlief er lange und wachte am anderen Tag erst um 10 Uhr auf. Ach, verdammt ich habe verschlafen, jetzt aber schnell, ich muss die Familie zusammentrommeln. ,dachte er und schrie: „Chiara, Raul, Nayara, Maxim, Ivo kommt bitte alle in die Stube, ich muss etwas mit euch besprechen.“, als er dann selbst in die Stube trat und die Kinder und Chiara nach und nach eintrafen, erzählte er von der „Arbeit“ von letzter Nacht: „Ich habe eine gute Nachricht für euch: Ich habe letzte Nacht unseren allseits verhassten Herrscher getötet, somit sind wir die neuen Herrscher…“, er hatte diese Worte kaum ausgesprochen, als ihm Maxim auch schon in dieselben fiel: „Aber, Vater nur weil du unseren Herrscher getötet hast, sind wir doch nicht die neuen Herrscher, denn er hatte ja auch eine Frau, Brüder und Kinder.“ „Wenn du mich mal ausreden lassen würdest Maxim, dann würde dir auch klar werden, warum ich dies so gesagt habe, denn wie ihr alle ja wisst, bin ich zur Tarnung Steuerbeamter und somit konnte ich zwischen zwei Bewilligungen für neue Steuern eine Abdankungsurkunde zugunsten von mir stecken und diese törichte Vivienne, die Frau des Herrschers hat sie auch noch unterschrieben. Da nach altem ryuutanischem Recht nur die Anrechte der Anwesenden gelten und die Brüder oder die Kinder zu weit entfernt wohnen, haben wir nichts mehr zu befürchten.“
Rein von der Form her, steckt in diesem Absatz ein typischer Anfängerfehler.
Bei Dialogen gehört zwischen das Ende einer Rede der einen Person und dem Anfang einer Rede der nächsten Person ein Zeilenumbruch. Das erleichtert das Lesen.
Und als wäre das nicht schon genug, hab ich noch etwas Formelles zu bemängeln: Die Denkerei.
Erst mal: Ich persönlich bin ja kein Fan von „direktem Denken“ also Gedanken als wörtliche Rede. Ich verwebe die Gedanken meiner Figuren lieber durch indirekte Rede mit dem restlichen Text, aber das ist Geschmackssache.
Der Punkt, den ich dir mit dem Rotstift einkreise ist folgender: Es ist nicht nötig, das Gedachte kursiv zu schreiben. Setz es in Anführungszeichen und behandel es ganz normal wie gesprochenes, wie wissen ja, dass es gedacht wird, wenn danach ein „dachte er/sie/es“ kommt.
Der nächste Punkt sind Zahlen im Text. 1, 2, 3 und so weiter machen sich irgendwie nicht so gut. Zahlen bis 12 sollten ausgeschrieben werden (also eins, zwei, drei….zehn, elf, zwölf). Ich für meinen Teil schreibe sie sogar bis zwanzig aus, aber das läuft dann wieder unter „künstlerische Freiheit“ ;) Ausgeschriebene Zahlen sehen in einem Text einfach besser aus.
Well dann stört mich noch dieser kleine Satz:Ich musste heute noch ein wenig länger „Arbeiten“, aber es hat uns einiges eingebracht.
Hier hättest du das „arbeiten“ gut kursiv schreiben können, damit man merkt, dass er das Wort betont. Anführungszeichen in einer direkten Rede (die ja ebenfalls wieder in Anführungszeichen steht) verwirren oft eher, als dass sie helfen.
So, dann noch etwas zur
Wortwahl
Ich finde, „Herrscher“ ist ein unglaublich schwammiger Begriff. Es gibt so viele Arten von Herrschern: Könige, Kaiser, Kalifen, Zaren, Grafen, Herzoge, Barone und Fürsten, um nur einige zu nennen.
Ich denke, es wäre gut, wenn du, anstatt immer nur „der Herrscher“ zu schreiben, auch einmal ein anderes Wort und/oder den eigentlichen Namen des Herrschers benutzt (gerade der Name deines Herrschers kommt meiner Meinung nach viel zu spät vor der Nachname von Richard auch, aber dazu später mehr). Vor allem weil es auf Dauer langweilige wird, immer „der Herrscher“ lesen zu müssen. Ausserdem würdest du durch diese genauere Definition auch etwas klarer machen, welchen „Rang“ Claud du Bouclier im gesamten Reich hatte. Sofern Tormenta del Sable kein Stadtstaat ist (wovon ich jetzt mal nicht ausgehe ^.~) gehört es ja zu einem grösseren Reich, eventuell sogar zu einem Grossreich, das sich über mehrere kleine Reiche und Stadtstaaten erstreckt und von einem Kaiser oder Imperator regiert wird.
Dann dieser Satzteil am Anfang:von dem nun nicht mehr ganz so lebendigen Mann
Es tut mir leid, ich musste lachen. Irgendwie klingt dieser Satz so, als wäre er noch ein bisschen lebendig. Vor allem wenn man den restlichen Schreibstil der Geschichte ansieht, scheint dieser (unfreiwillig) komische Satzteil nicht ganz zu passen.
Auch etwas unpassend:vom Tode des Herrschers herumgereicht
„Vom Tode des Herrschers“ klingt eher gehoben. Das ist an sich weder falsch noch schlimm, wenn dir gehobene Sprache beim Schreiben liegt, dann brauch sie. ABER „herumgreicht“ klingt dagegen eher salopp, umgangssprachlich. Es passt einfach nicht recht zusammen. Ich würde dir wirklich empfehlen, es zu überdenken.zu Gunsten von mir
Hier wäre „zu meinen Gunsten“ besser. Der Dativ ist ja bekanntlich dem Genitiv sein Tod ;)
Ausserdem habe ich noch eine Kleinigkeit, die aber nicht unbedingt falsch ist: nämlich die Stube. Wie gesagt, das Wort an sich ist nicht falsch, es wird auch im Hochdeutschen verwendet, aber es klingt etwas… altertümlich… Verstehst du, was ich meine? Ausserdem bezeichnet die Stube im hochdeutschen nicht zwingend das Wohnzimmer, so wie im schweizerdeutschen. Vielleicht solltest du auf „Wohnzimmer“ oder „Hauptraum“ oder etwas Ähnliches zurückgreifen…
Well, ich glaube, das war alles, was mir zum Handwerklichen einfällt…
Damit kämen wir nun zum subjektiven Teil, nämlich dem
Inhalt
Als erstes, der Kapiteltitel.
Ich mag Untertitel, aber bei Kapiteltiteln sollte man meiner Meinung nach darauf verzichten. Diese „Oder“-Titel kommen mir persönlich immer so vor, als hätte sich der Schreiberling nicht entscheiden können… Ich würde sagen, belass es bei „Die Krönung“, das reicht.
Well, dann bin ich der Meinung, dass du am Anfang eine gute Möglichkeit vergibst, Atmosphäre und Spannung zu erzeugen. Der Mord am Herrscher von Ryuuperiu ist ja eine wichtige Schlüsselszene, sie setzt die ganze Geschichte um die Familie Mortable erst in Gang. Hier hättest du übrigens auch eine gute Möglichkeit den Namen des Herrschers und Richards Nachnamen zu erwähnen.
Aber wenn der Leser in die Geschichte kommt, ist diese wichtige Schlüsselszene bereits vorbei. Ich fände es sehr spannend, gemeinsam mit Richard über die Dächer der Stadt und die Mauern des Palastes zu klettern und in die Bibliothek zu gelangen. Oder mit Claud in eben dieser Bibliothek zu sein, einen gemütlichen Abend dort zu verbringen und auf einmal zu bemerken, dass man nicht allein zu sein scheint, seine aufkommende Panik zu fühlen, eventuell sogar einen kurzen Kampf mit Richard zu führen. Aber das kann ich nicht, so spannend das wäre und ich finde das sehr schade, denn neben der Spannung und der Atmosphäre, die du so erzeugen könntest, könntest du mir ganz nebenbei auch eine Menge Beschreibungen liefern, so dass ich ein bisschen Ahnung habe, wie es in Tourmenta del Sable aussieht.
Sieh es so: Der Titel einer Geschichte ist deine Werbung. Aber der Anfang entscheidet darüber ob ein Leser die Geschichte auch weiter liest.
Generell bin ich der Meinung, dass deine Geschichte mehr Beschreibungen vertragen könnte. Das ist auch so ein Anfängerfehler: Man vergisst schnell, dass man selber zwar alles im Kopf hat, weiss wie Charaktere und Umgebung aussehen, man das alles aber auch dem Leser erklären muss. Wir, die Leser, können nicht in deinen Kopf sehen (und bei manchen Schreiberlingen bin ich froh, dass ich es nicht kann…), deshalb musst du schreiben und erklären, wie es in Tourmenta del Sable aussieht. Und das Beste ist, je nachdem, wie du beschreibst kannst du verschiedene Stimmungen aufkommen lassen und so eine gewisse Atmosphäre schaffen.
Well, ich bin etwas vom Thema abgekommen, glaube ich, aber ich halte das für einen wirklich ganz wichtigen Punkt (darum reite ich jetzt auch so darauf rum).
Anyway machen wir weiter:Bei diesem Mann handelte es sich um den Herrscher des Reiches Ryuuperiu, dieses Reich lag mitten in der Wüste, etwa 3 Tagesritte von der berühmten Nightwind-Schule für Magie und Kampfkunst entfernt.
Ähm… zunächst einmal, drei Tagesritte erscheinen mir als zuwenig. Die Wüste (Ihr Name lautet übrigens Nemi´sras) ist gelinde gesagt gross, mehr noch, es ist die grösste und gefährlichste Wüste ganz Betrayas. „Mitten in der Wüste“ und „etwas drei Tagesritte von Nightwind entfernt“ beisst sich da etwas… Ausserdem bin ich persönlich der Meinung, dass eine Geschichte so geschrieben werden sollte, dass man sie auch ohne Vorkenntnisse lesen kann. Wenn du nun schreibst, dass Ryuuperiu drei Tagesritte von Nightwind entfernt liegt, dann setzt du quasi voraus, dass der Leser eine gewisse Ahnung hat, wo Nightwind liegt. Spar dir die Erwähnung Nightwinds lieber auf, bis Nightwind für die Geschichte wichtig wird.
Auch zu Richards Wohnstatt muss ich sagen, dass du sieh beschreiben solltest. Wie sieht Richards Zuhause aus? Ist es ein kleines Häuschen, eine herrschaftliche Villa, eine armselige Hütte, ein Raumschiff vom Planeten Zikolon?
Ok, dass das Raumschiff totaler Quatsch ist brauche ich wohl nicht zu erwähnen, aber alles andere wäre durchaus denkbar. Ausserdem, ich habe keine Ahnung, wie Richard, Claud oder Chiara aussehen, was für Kleider sie tragen. Anyway, ich glaube, langsam hast du’s begriffen, mit dem Beschreiben… ich bin ja schon still… Weiter im Text!Es war doch eine gute Idee von mir, die Arbeit als Steuerbeamter weiterzuführen, obwohl ich längst mein Geld mit Auftragsmorden verdiente. So konnte ich zwischen zwei Bewilligungen für neue Steuern eine Abdankungsurkunde stecken, welche die törichte Frau des Herrschers, die für die Steuerfrage zuständig war, sofort unterzeichnet hatte.
Die Idee ist gut! Die Idee ist super, aber du erklärt die ganze Sache später noch mal. Es ist etwas doppelt-gemoppelt. Ich würde dir raten, das hier rauszulassen und die Erklärung später zu bringen, den Leser quasi mit Richards Familie aufzuklären. Zumal das hier ja nur eine halbe Erklärung ist. Halbwissen kann eine äusserst gefährliche Sache sein (oder man kann die Leser damit wunderbar reinlegen und überraschende Storylines schaffen, aber das ist was für Davongelaufene…. äh… Fortgeschrittene!)es ist doch schon fast halb 2wachte am anderen Tag erst um 10 Uhr auf
Die Zeitangaben stören mich, ganz ehrlich. Ok, die mechanische Uhr wurde zum ersten Mal 1335 urkundlich erwähnt, das ist früher als ich erwartet hatte. Trotzdem fände ich ein „Es ist spät“ oder „Die Sonne stand schon hoch am Himmel“ passender… Einfach was das Setting angeht. (Ich könnte mir vorstellen, dass so eine mechanische Uhr anno 1335 auch noch recht teuer war.)einen Laib Brot
O.O Einen ganzen Laib? Wow, Richard hat einen gesunden Appetit…
Anyway, ich finde es übrigens toll, dass Richard vier Kinder hat! Grossfamilien waren früher ja sehr häufig. Schade dass bisher nur Maxim wirklich einen grösseren Auftritt hatte. Woher hast du den Namen Nayara? Eigenkreation? Der gefällt mir wirklich saumässig gut!unseren allseits verhassten Herrscher getötet
Allseits verhasst? Ich glaube, hier wäre etwas Hintergrundwissen für den Leser notwendig. Was hat der gute Claud denn gemacht, dass er beim Volk unbeliebt war? Im Moment klingt das so ein bisschen nach „Das ist der Böse und der ist… ähm… böse eben. Warum? Weiss man ned, ist auch ned wichtig, Hauptsache er ist richtig böse!“ Gib Claud einen Beweggrund, ein Motiv, warum er das tut, was er tut (und überleg dir auch, was er tut! Bitte!) Nimm am besten ein Geschichtsbuch zur Hilfe, ich bin sicher da findest du die eine oder andere Anregung ;)Da nach altem ryuutanischem Recht nur die Anrechte der Anwesenden gelten und die Brüder oder die Kinder zu weit entfernt wohnen, haben wir nichts mehr zu befürchten.
Hey, Vivienne hat zu Gunsten von Richard abgedankt, damit verfallen meiner Meinung nach auch die Reche der Kinder und Geschwister Clauds. Ich denke, das kannst du rauslassen. Sie hat abgedankt, die Mortables sind neue Herrscher Ryuuperius und gut ist.
Das mit der Selbstkrönung… naja, es gefällt mir nicht sooo gut, aber ist dein Ding...
Einen dummen Spruch kann ich mir allerdings nicht verkneifen:Sollte jemand etwas gegen diese Krönung haben, so möge er jetzt sprechen oder für immer schweigen.“
*nach links guck* *nach rechts guck* Keiner? Gut, dann dürfen sie die Krone jetzt küssen!
Ok, das war jetzt fast etwas böse… Im Ernst, auch wenn ich dieses Selbstkrönungsding nicht so propper finde: DA müssen definitiv mehr Beschreibungen hin, so was kann man richtig gut zu fetten, schillernden Detailmonstern aufpumpen. Do it! *drop* Ich wollt ja eigentlich nimmer auf den Beschreibungen rumreiten…
Well, jetzt wo es gegen das Ende zugeht muss ich noch einmal richtig aufdrehen, denn jetzt wird’s irgendwie richtig unlogisch.
Vivienne erwacht also (um ca. 11 Uhr morgens, wohlgemerkt, denn so spät dürfte es mittlerweile doch sein…) geht erstmal duschen (sehr modern der Palast, ich muss schon sagen…), zieht sich dann an und geht in die Bibliothek, wo sie ihren toten Mann findet.
Ok… Man müsste davon ausgehen, dass so ein Herrscherehepaar doch ein recht grosses Bett zur Verfügung hat. Gehen wir weiter davon aus, dass jeder seine eigene Bettdecke und sein eigenes Kopfkissen hat. Und zusätzlich gehen wir davon aus, dass die beiden ein fleissiges Dienerlein haben, das dieses grosse, komfortable (*gähn* irgendwie werd ich müde), ja gerade zu königliche Bett jeden Morgen, nachdem die Herrschaften aufgestanden sind, frisch macht. Also die Kissen zurecht zupft, die Decke aufschüttelt und so weiter.
Wenn wir von all diesen Gegebenheiten ausgehen (und die Gegebenheiten sind nun wirklich nicht abwegig) dann finde ich es etwas abwegig, dass Vivienne nicht auffällt, dass ihr Herr Ehegatte am vorherigen Abend ganz offensichtlich nicht ins Bett gekommen ist. Unlogik ahoi. Und das ist noch nicht alles, denn:Sie schrie so sehr, dass sie ihr Dienstmädchen aufweckte



Leon von Ryo hat geschrieben: Ich hoffe, dass ich wenigstens einen Teil deiner Ratschläge befolgt habe und dass ich wenigstens eine halbe Seite weniger Kritik erhalte.



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