von Xardas » Fr Mai 04, 2007 18:54
Kapitel 1: Die Geburt
"Gratulation, es ist ein Junge!", sagte die Hebamme mit einem Lächeln zu Mellori. Die junge Mutter lächelte müde als sie ihren Sohn von der Hebamme entgegen nahm. "Welchen Namen soll der Kleine denn haben?", fragte die Hebamme und Mellori antwortet nur " Edriell " und schlief erschöpft danach ein.
Die Hebamme legte das Neugeborene in seine Wiege und Aspartur deckte seine Gemahlin liebevoll zu. Anschließend trat er hinaus auf die Straße. Er ging langsam durch die Straßen in Richtung des Tempels der Arnisa. Nachdem Aspartur die Stufen zum Tempel, der in einen der Berge hineingehauen ist, emporgestiegen war, drehte er sich nochmal um und schaute über das Dorf Faeleida.
Dieses befand sich in einem versteckten Tal inmitten des Trythis Gebirges und war in einem Halbkreis, der sich über zwei Stufen erstreckte, um den Tempel herum und bis an die schroffe Felswand gebaut worden. Die obere Stufe, bewohnt von den Reichen, bestand aus prunkvollen Villen und Ziergärten, die von gepflasterten Straßen gesäumt wurden. Auf der unteren Stufe lebten die etwas Ärmeren in ihren einfachen Häusern. Um das Dorf herum erstreckten sich weite Reisfelder, die an einen weitläufigen Wald grenzten. Dieser wird von dem Fluss Tilan geteilt, der im Tempel entspringt.
Aspartur drehte sich wieder in Richtung Tempel und ging langsam hinein. Als er den Tempel betrat, wehte ein leichter Luftzug durch seine kurzen dunkelbraunen Haare und sein dunkelblauer Kimono wehte kurz auf. Die Vorhalle des Tempels, die er durchschritt, war schlicht gehalten. Links und rechts vom Fluss, waren mit Schriftzeichen verzierte Säulen und der Boden bestand aus weißem Mamor. Nachdem er die Halle durchquert hatte, stellte er sein Schwert, das mit aus Gold bestehenden Ornamenten verziert war und in einer schwarzen Scheide steckte, in einen dafür vorgesehenen Ständer. Er betrat die riesige Halle, an deren Ende der Fluss Tilan unter der großen Statue der Arnsia entsprang.
Die Statue zeigte eine Frau, die einen Berg aus Sand formte. Laut der Legende erschuf die Erdgöttin Arnsia das Gebirge aus losem Sand und sie soll auch die Lichtung, auf der das Dorf stand, mit all ihrer Liebe erschaffen haben.
Der Priester Kyleth sprach den größeren Aspartur an " Und Aspartur, ist die Geburt gut verlaufen?"
"Ja, sie ist gut verlaufen, Kyleth, und Arnisa sei dank auch ohne irgendeine Komplikation", antwortete Aspartur.
"Das freut mich zu hören", sagte Kyleth mit einem Lächeln im Gesicht.
Sie redeten kurz noch über die mysteriösen Todesfälle in der Umgebung und danach ging Aspartur zur Statue und dankte der Erdgöttin dafür, dass die Geburt reibungslos verlaufen war.
Als Aspartur den Tempel wieder verließ, ging gerade die Sonne unter. Er sah sich noch den schönen Sonnenuntergang an, der das Dorf in ein rötliches Licht tauchte. Nachdem die Sonne fast untergegangen war, begab er sich zu seinem Haus, das sich im oberen Ring befand und von einem großen Garten umgeben war. Die weiße Fassade des Hauses schimmerte leicht rötlich und ein leichter Schatten begann sich über die Hauswand zu legen.
Aspartur betrat das Haus durch die schwere Eichentür und ging leise die Treppe ins oberste Stockwerk, um nach Mellori zu sehen, die immernoch schlief. Ihr schulterlanges dunkelblondes Haar schimmerte leicht im letzten Licht der Sonne. Aspartur ging leise zu ihr, beugte sich über sie und gab ihr einen sanften Kuss auf ihre Stirn. Danach blickte er noch einmal auf seinen ruhig schlafenden Sohn. Nun ging er leise hinunter in die kleine Hausbibliothek, nahm sich ein Buch aus dem Regal, holte sich auch noch seine Pfeife, setzte sich in einen Sessel und las in Ruhe Pfeife rauchend das Buch der Legenden.
Kapitel 1 Ende
Erinnerungen können mir niemals gerecht werden!